Schlankheitswahn – vermittelt uns die Werbung wirklich ein falsches Bild?

Ich weiß, ich liege über dem Normalgewicht und bin damit auch nicht sonderlich zufrieden. Seit März 2014 habe ich allerdings 6kg abgenommen, weitere 5 stehen aktuell noch an um wieder die 65kg zu erreichen. Mein BMI liegt aktuell bei 25,7.

Um jetzt nicht mit zu vielen Fremdbegriffen um mich zu werfen, möchte ich direkt ein paar Informationen vorab geben.

BMI: der Bodymaß – Index  ist lediglich die Bewertung des Körpergewichtes eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Faktoren wie Fett – Muskel und Wassermasse sind hier nicht berücksichtigt.

Bei meiner Größe von 165cm und einem Gewicht von 70kg stellt sich dies so dar:

  • Untergewicht: unter 19 = unter 52kg
  • Normalgewicht: 19-24 = 52-66kg
  • Übergewicht: 25-29,9 = 68-83kg
  • Adipositas Grad 1: 30-34,9 = 84- 99kg
  • Adipositas Grad 2: 35 – 39,9 = 100 -110kg
  • Morbide Adipositas Grad 3 größer 40 = größer 110kg 

 

Ich gebe absichtlich die Kilogrammeinheiten an, um auch ein Gefühl für diese Maße zu vermitteln. Leider hat sich im Laufe der letzten Jahre unser Empfinden für das Normalgewicht stark verändert. Wer über dem Normalgewicht liegt, darf sich auch zu Risikogruppen zählen, welche betroffen sein können von z.B.: Bluthochdruck, Diabetes, Alzheimer – Krankheiten und vieles mehr.

Für eine genaue Auswertung sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen – diese Auswertung ist durchaus interessant!

Meine Daten am Tag der Messung im Überblick: 165cm, 69,9kg.  Körperfett: 37,6% („gesund 21% - 32%), Wasseranteil: 46,5% (Frauen: 45 – 60%), Knochenmasse: 2,2kg (norm), viszerales Fett: 4,5 (gesund 01-12), Muskeln: 41,4 kg – wobei hier interessant war, dass beide Beine exakt 7,2kg Muskelmasse aufweisen. Es war jedoch klar, mein Fettanteil ist definitiv zu hoch – das heißt auch wenn ich in den „Normalgewicht“ BMI fallen würde, wäre mein Fettanteil wahrscheinlich nach wie vor zu hoch – aber dieses Hypothese kann ich erst in 4,5 kg bestätigen.

Sie sehen, ich habe nun seit geraumer Zeit Übergewicht und habe noch einen harten Weg vor mir, wieder Normalgewicht zu erreichen. Gleichzeitig möchte ich aber kein „Skinny Fat“ - Typ werden – das heißt: schlank, jedoch viel zu wenig Muskelmasse im Vergleich zur Fettmasse. Dies ist nur durch Erhöhung des Bewegungspensums zu vermeiden, ausschließlich eine gute Ernährung führt nicht zur Bildung von Muskelmasse J

Vermittelt uns die Werbung wirklich ein falsches Bild?

Diese Frage ist weder mit Ja noch mit Nein zu beantworten. Sicherlich gibt es genügend Plakate und Werbungen welche ein unproportioniertes oder zu dünnes Bild des Körpers vermitteln. Jedoch würden Sie wahrscheinlich wenn Sie mich sehen auch nicht zwangsläufig als „dick“ einstufen, wahrscheinlich wäre die Wortwahl eher in die Richtung: ja, ein bisschen weniger an den Hüften und Oberschenkeln wäre auch ok, aber im Großen und Ganzen passt es ja. Leider ist diese Wahrnehmung aber trügerisch, da uns die obige Ausführung bereits bewiesen hat, dass ich übergewichtig bin und definitiv einen zu hohen Fettanteil habe. Das heißt für mich in weitere Folge jedoch auch, Kampagnen wie die „Dove Campaign for Real Beauty“ vermittelt das Bild, wahre Schönheit liegt in der Gruppe Übergewicht. Natürlich können sich viele Frauen damit identifizieren und die Werbung stößt auf positives Feedback alá „Wie toll es sei auch mal normale Frauen zu zeigen“. Medizinisch betrachtet sind diese Frauen aber nicht normalgewichtig.

Denken Sie nun an einen Körper den Sie als übergewichtig einstufen würden. Das wäre wahrscheinlich das Volumen von z.B.: Jazz Gitti, in kleinerer Ausführung an Cindy aus Marzahn. Jedoch sind diese Persönlichkeiten ohne genauere Daten zu besitzen schon weiter entfernt von "Übergewicht" und fallen aller Wahrscheinlichkeit schon in Adipositas Stufe 2.

Ich persönlich finde es gut, dass wir alle unterschiedlich aussehen. Es soll auch jeder für sich entscheiden wie er sich wohl fühlt. Dies gilt einerseits für Menschen die sich sehr dünn und auch für jene die sich mit mehr Kilos wohl fühlen. Auszuschließen sind hier nur akut gesundheitsschädliche Formen wie Magersucht oder Adipositas ab Grad 2. Ehrlich: wie oft denken Sie sich bei anderen Frauen: Oh Gott, gebt ihr was zu essen!! Medizinisch betrachtet liegen diese Frauen wahrscheinlich oft im gesunden Normalgewicht und sind von Magersucht noch einige Kilos entfernt.

Besonders durch Kampagnen, welche das „Normalgewicht“ bereits als zu dünn darstellen aber Übergewicht oder adipöse Masse als „echte Frauen“ wiederspiegeln, wird erst recht ein ungesundes Körperbild vermittelt.

Wir sollten nicht die Jüngsten unserer Gesellschaft vergessen: Unsere Wahrnehmung spiegelt sich an den Kindern und Jugendlichen wieder. Einerseits gibt es genügend Mädchen die heut zu Tage versuchen mit dem Ideal auf ungesundem Wege mitzuhalten, im Gegenzug gibt es jedoch so viele adipöse Kinder und Jugendliche wie noch nie in unserer Gesellschaft. Kinder sollten nicht übergewichtig sein, gerade sie haben noch Bewegungsdrang und verbrennen genügend Kalorien. Hier liegt die Verantwortung definitiv bei den Eltern. Gebt Ihnen normale Nahrung, stopft sie nicht aus Faulheit mit Fertigfutter oder ähnlichem voll. Beschäftigt euch mit Ihnen! Kinder sind neugierig und wollen raus – sie vor den TV oder die Playstation zu setzen ist für Eltern oft nur eine angenehme Methode sie ruhig zu stellen – fördert aber ganz sicher keine gesunde Entwicklung!

Was führt zu Skinny Fat?

Sie können noch so sehr hungern und dennoch unsportlich aussehen. Ein Fehler der oft begannen wird um dieses Missgeschick wieder in den Griff zu bekommen, ist falsches Training. Joggen oder Radfahren mit zu niedrigem Puls über einen längeren Zeitrahmen verbrennt im Zweifelsfall mehr Muskel – als Fettmasse. Das Problem liegt auf der Hand - die Lösung dafür praktischerweise auch: anstrengendes Intervalltraining sowie kurzes, intensives Krafttraining. Das baut Muskelmasse auf und Sie werden fit.

Angst vor Madonna – Armen oder Bodybuilder Figur?

Ganz ehrlich, jede Durchschnittsfrau mit Job, Hobbys und Familie ist zeitlich gar nicht im Stande so viel zu trainieren, dass sie Ihren Körper dermaßen fordert. Für diese Optik ist jahrelanges, intensives Supertraining notwendig. Sollten Ihnen manche Stellen jedoch zu muskulös werden, können Sie das Training an dieser Stelle jederzeit reduzieren.

 

                               Bleiben Sie gesund – fühlen Sie sich gesund – leben Sie gesund!

Ihr Körper wird es Ihnen danken

 

 
 
 

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